Sind Leigong-mo-Tektite selten? Wie viel kosten sie pro Gramm?
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Anmerkung der Redaktion: „Schau zu den Sternen, jage dem Traum vom Weltraum nach.“ Dieser Beitrag wurde gemeinsam von CAS Voice und der „Tianshiyuan“-Kolumne des Purple Mountain Observatoriums erstellt, um in einfacher Sprache zu teilen, was sich am Himmel zuletzt ereignet hat.

Typische Leigong mo-Kugel
Wenn Sie in Südchina leben, haben Sie vielleicht von „Leigong mo“ (wörtlich „Donnergott-Tinte“) gehört. Für viele Menschen dort sind diese glänzend schwarzen Steine die greifbarste Verbindung zwischen dem Alltag und dem Nachthimmel. Sie werden nach heftigen Sommerstürmen aus dem Boden gespült, auf Feldern aufgelesen, zu Anhängern verarbeitet und – dank Legenden – manchmal besondere Kräfte zugeschrieben. Weil sie erschwinglich sind, sind sie auch beliebte Sammlerstücke geworden. Aber woher kommen sie wirklich?
Dieser Artikel erzählt die Geschichte hinter Leigong mo und beantwortet eine einfache Frage, die viele Neueinsteiger stellen: Sind Tektite selten?
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1) Was ist „Leigong mo“?
Der Name tauchte erstmals im 10. Jahrhundert in Liu Xuns Lingbiao Yilu auf: „Nach plötzlichem Regen in Leizhou finden die Menschen Steine wie rauchiges Glas auf den Feldern und nennen sie Donnergott-Tinte.“ Weil diese schwarzen glasartigen Steine oft nach Stürmen erscheinen, glaubte man früher, dass Blitze sie erzeugen – wie Tintenkleckse, die ein Donnergott fallen lässt.
Heute kennen wir sie unter einem internationaleren Namen: Australasiatische Tektite. Tektite sind natürliche Gläser, die entstehen, wenn ein Weltraumkörper – ein Asteroid oder Komet – auf die Erde einschlägt. Vor etwa 0,8 Millionen Jahren schmolz ein solcher Einschlag Oberflächenmaterialien, schleuderte sie mit unglaublicher Geschwindigkeit hoch in die Luft und erstarrte sie beim Zurückfallen zur Erde zu Glas. Das australasiatische Tektit-Ereignis erzeugte eine besonders große, reine Schmelze; das Ergebnis ist sehr gleichmäßiges Glas, das sich über ein riesiges Gebiet verteilt.
Kurz gesagt: Leigong mo sind Stücke alten Einschlagsschmelzglases.
2) Wie Tektite entstehen (die kurze, lebendige Version)
- Ein schneller Eindringling: Ein kleiner Asteroid oder Komet trifft die Erde mit Zehntausenden km/h.
- Sofortiger Ofen: Die Stoßwelle verwandelt Oberflächenfelsen und Böden in eine superheiße, schaumige Schmelze – Teile verdampfen sogar.
- Riesiger Spritzer: Das Schmelzmaterial sprüht in flachen Winkeln und mit hohen Geschwindigkeiten (oft über 5 km/s) heraus und bildet Tropfen, Platten und Klumpen.
- Lufthärtung: Diese glühend heißen Spritzer rasen durch die Luft. Ihre Außenseiten kühlen zu Glas ab und fangen Fließlinien und Blasen ein.
- Endformen: Schwerkraft, Drehung und Luftwiderstand formen sie zu Kugeln, Hanteln, Tropfen, Scheiben – und, wenn sie kurzzeitig die Atmosphäre verlassen und wieder eintreten, zu abgetragenen, stromlinienförmigen Gestalten.
- Glasregen: Sie fallen über Gebiete von lokaler bis kontinentaler Größe zurück und bilden ein „Streufeld“.
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Wie Tektite entstehen
Das ist die Lebensgeschichte eines Tektits – vom Gestein zum Himmel und wieder zurück zum Gestein – in Minuten.
3) Wie sehen sie aus?
Australasiatische Tektite zeigen Formmuster, die mit der Entfernung vom Einschlag zusammenhängen:
- Muong Nong-Typ (geschichtete Blöcke): Näher an der Quelle. Meist groß, manchmal über 10 kg. Hauptsächlich in Ostthailand, Südlaos und Zentralvietnam gefunden. Auch auf Chinas Hainan gibt es diese.

▲Abbildung 1 Fundort von Muong Nong-Tektiten.
- Splash-Formen: Weiter entfernt von der Quelle und am weitesten verbreitet. Kleine bis mittelgroße Stücke (Gramm bis mehrere hundert Gramm) mit vielfältigen Formen – Kugeln, Ovale, Hanteln, Scheiben, Tröpfchen. Häufig in Guangdong und Guangxi.
Niedlicher Splash Leigongmo in Guangdong, China
Bild anklicken, um diesen Artikel zu sehen
- Ablationsformen: Stücke, die kurzzeitig hoch in die Atmosphäre gelangten und auf dem Rückweg umgeformt wurden – glatte, aerodynamische „Fließ“-Oberflächen.
- Mikrotektite: Winzige Kugeln oder Tröpfchen unter 1 mm, oft in marinen Sedimenten weit entfernt vom Einschlag gefunden.

Abbildung 2 Häufige Tektit-Typen: Muong Nong-Typ (links) (Bild aus dem Internet), Splash-Form und Ablations-Tektite (Mitte) [2] sowie Mikrotektite (rechts).
Auch ohne Bilder kann man sie sich vorstellen: glänzendes, pechschwarzes Glas mit zerklüfteter, matter Oberfläche und seidigem Innenleben.
4) Wo werden sie gefunden?
Das australasiatische Streufeld erstreckt sich von den Küsten Südchinas über Südostasien bis nach Australien und sogar zur Antarktis. Es bedeckt mehr als 10 % der Erdoberfläche – das am weitesten verbreitete Tektitfeld, das wir kennen.
Wenn sie so weit verbreitet sind, sind Tektite dann selten? Die Antwort hängt davon ab, wo man sich befindet.
- In Südostasien und Südchina haben Bauern und Sammler sie seit Jahrzehnten gefunden. Dort erscheinen sie den Einheimischen „häufig“.
- Außerhalb dieser Regionen sind natürliche Funde selten. In Europa, Amerika oder den meisten Teilen Afrikas kommen Tektite dieses Ereignisses nicht natürlich im Boden vor, sodass Sammler auf Importe oder lokale Tektite aus anderen, viel kleineren Ereignissen angewiesen sind.

Abbildung 3 Verbreitungsgebiet des australasiatischen Tektit-Streufelds.
5) Also… sind Tektite selten?
- Regional häufig, global selten: In den Kernregionen des Streufelds sind sie mit Mühe noch zu finden. Anderswo sind sie echte Kuriositäten.
- Nicht erneuerbar: Das Ereignis geschah einmalig vor 800.000 Jahren. Es entsteht kein neuer „Nachschub“. Im Gegensatz zu Erzen, die erneut abgebaut werden können, oder Materialien, die hergestellt werden, sind Tektite ein einmaliges Geschenk eines einzigen kosmischen Einschlags.
- Abnehmende Verfügbarkeit: Über Jahrzehnte des Sammelns wurden leicht zugängliche Funde immer seltener. Flächen werden bebaut, Böden umgelagert, und die „niedrig hängenden Früchte“ sind weg. Der Marktbestand stammt zunehmend aus alten Funden und Zweitverkäufen.
- Sammelpotenzial: Da sie begrenzt und transportabel sind – jeder mit einzigartiger Form und Fließstrukturen – behalten gute Exemplare meist ihren Wert oder gewinnen ihn, besonders seltene Formen, große Größen und gut dokumentierte Herkunft. Für Menschen außerhalb Südostasiens und Südchinas sind sie ein „seltenes Schatzstück“, das immer schwerer zu beschaffen ist.
Kurz gesagt: Für Neulinge weltweit sind Tektite im Alltag selten. Selbst innerhalb des Verbreitungsgebiets sind sie nicht erneuerbar und immer schwerer zu finden, weshalb sorgfältiges Sammeln und wissenschaftliche Dokumentation wichtig sind.
6) Wo ist der Krater?
Jeder – Hobbyisten und Wissenschaftler gleichermaßen – möchte wissen, wo der Einschlag stattgefunden hat. Für das australasiatische Ereignis ist der „Heimkrater“ eine Art Heiliger Gral. Die meisten Hinweise deuten auf die Gegend um die Indochina-Halbinsel, aber der genaue Ort ist noch unbestätigt. Nach diesem Artikel finden Sie eine freundliche, ausführliche Analyse für Krater-Enthusiasten.
7) Fazit
- Leigong mo = Australasiatische Tektite, entstanden durch einen massiven Einschlag vor etwa 800.000 Jahren.
- Sie entstehen, wenn die Erdoberfläche kurzzeitig zu fliegendem Schmelz wird und zu Glas erstarrt.
- Formen erzählen ihre Fluggeschichten; Fundorte deuten auf die Entfernung zur Quelle hin.
- Sie sind nicht erneuerbar, immer schwerer am Boden zu finden und werden weit über ihre Heimatregionen hinaus geschätzt.
Danksagung
Dank an Prof. Xiaozhiyong (Sun Yat‑sen Universität) für die Unterstützung während des Schreibens.
Literaturverzeichnis (freundliche Liste)
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- Mizera, J. et al., 2016, Earth‑Science Reviews, 154, 123–137.
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